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'''Berufung''' bezeichnet in die in ein .

Dienstrecht

, (en und ) und werden in ein Beamten-, Wehrdienst- bzw. Richterverhältnis berufen. Sie erfolgt nach den Grundsätzen der , und und ist nur zur Wahrnehmung zulässig. Grundsätzlich muss der zu Berufende die besitzen und die Gewähr bieten, jederzeit für die einzutreten. Je nach zu übertragendem bzw. oder werden bestimmte Vor- und Ausbildungen vorausgesetzt.

Professur

Die Berufung zur Übernahme einer ''planmäßigen '' () an einer deutschen Hochschule als Angebot an eine qualifizierte Lehrkraft wird auch '''Ruf''' genannt.

Berufungsvoraussetzungen

Im Allgemeinen sind folgende Voraussetzungen für die Zulassung zu einem Berufungsverfahren zwingend einzuhalten, wobei die einzelnen Regularien (Grundordnung o. ä.) der Hochschulen detaillierte Informationen liefern (am Beispiel Nordrhein-Westfalens):
  • Abgeschlossenes Hochschulstudium.
  • Pädagogische Eignung, die in der Regel durch Erfahrung in der Lehre und Ausbildung nachgewiesen wird.
  • Besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, die in der Regel durch die Qualität einer nachgewiesen wird.
  • Für Universitätsprofessoren zusätzliche wissenschaftliche Leistungen, die im Rahmen einer , oder auch weiterer wissenschaftlicher Tätigkeiten an Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen oder in der Wirtschaft erbracht werden.
  • Für Professoren an Hochschulen (z. B. Fachhochschulen, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Technische Hochschulen) besondere Leistungen bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse in einer mindestens fünfjährigen Berufspraxis, von der mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs ausgeübt werden müssen.
  • Für Professoren mit (zahn-)ärztlichen Aufgaben die Anerkennung als .
  • In künstlerischen Fächern kann die Bedingung wissenschaftlicher Befähigung durch eine besondere Befähigung zu künstlerischer Arbeit ersetzt werden.
  • In Deutschland gilt zudem im Regelfall ein .

Berufungsverfahren

Das Vorschlagsrecht geht auf Abs. 3 zurück, das die Freiheit von Forschung und Lehre . Eine Berufung ist ausnahmsweise auch aufgrund eines ?Sondervotums? möglich, das im Gegensatz zum steht (dies geschieht nur dann, wenn sich die Kommission nicht auf eine Liste einigen konnte). In katholisch-theologischen Fachbereichen ist wegen der Ausbildung der Geistlichen auf Basis der e die Zustimmung des Ortsbischofs notwendig (siehe auch ). Für Professuren in evangelischer Theologie gibt es meist entsprechende Abkommen der Länder mit den .

Die , die einen vakanten oder eine andere planmäßige zu besetzen hat, bedient sich in Deutschland (und in der Schweiz und in Österreich) üblicherweise eines Berufungsverfahrens, um einen Professor auszusuchen. Ein solches Berufungsverfahren ist eine Art mit sehr engen rechtlichen Rahmenvorgaben. Für richtet es sich in Deutschland nach dem (HRG), den en und der Berufungsordnung der jeweiligen Hochschule. In Österreich wird das Verfahren vom (bzw. früher UOG 1975, UOG 1993) grundlegend und durch die Berufungsordnung jeder einzelnen Universität spezifisch geregelt. In vielen Ländern wurden oder werden die Regelungen zu Berufungen reformiert. Das Grundprinzip ist aber stets das der durch die bereits an der Hochschule tätigen Professorinnen und Professoren, die durch ein genau geregeltes Verfahren ihre künftigen Kollegen auswählen.

Den meisten Berufungsverfahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die folgenden grundsätzlichen Schritte gemeinsam (mit je nach Land bzw. Institution teilweise sehr differenzierten Spezifizierungen):
  1. mit Stellenbeschreibung und Anforderungsprofil
  2. Erstauswahl von Bewerbern nach Formal- und Mindestkriterien und/oder Begutachtung der Schriften ausgewählter Bewerber durch die wissenschaftlichen Mitglieder der Berufungskommission.
  3. (''Vorsingen'') der verbliebenen Bewerber und Befragung durch die Kommission; immer öfter werden zusätzlich auch Lehrproben eingefordert.
  4. Einholung von mindestens zwei auswärtigen , in Deutschland meist über die drei Bewerber, die nach dem ''Vorsingen'' als besonders geeignet erscheinen, in Österreich hingegen schon vor den Probevorträgen.

    Die Berufung eines Professors aus der eigenen Hochschule wird als '''' bezeichnet. Im Unterschied zu Österreich sind in Deutschland Hausberufungen sehr unüblich und zudem nur unter besonderen Umständen zulässig (siehe ). Bei einer ausnahmsweise vorgenommenen Hausberufung soll der Kandidat sich in der Eignung sehr erheblich von den restlichen Mitbewerbern abheben; dies muss auch formal begründbar sein. In anderen Ländern, vornehmlich solchen, in denen das Universitätssystem nicht so gut ausgebaut ist, sind Hausberufungen dagegen häufiger. International können Professoren zudem oft von einer niedrigeren Professorenstelle auf eine höhere befördert werden (in den USA beispielsweise von Assistant Professor zum Associate Professor und weiter zum Full Professor).

    Anfechtung

    Die rechtliche Beschwerdemöglichkeit gegen ein Berufungsverfahren durch einen unterlegenen Mitbewerber für die Professorenstelle ist die , März 2016, abgerufen am 5. März 2021</ref> Hat hierbei einer der unterlegenen Mitbewerber Widerspruch eingelegt bzw. Vorläufigen Rechtsschutz gegen die bevorstehende Ernennung des von der Hochschule endgültig ausgewählten Bewerbers begehrt, bedeutet dies, dass die ausgeschriebene Stelle bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung nicht besetzt werden kann. Kommt das Gericht im Rahmen der Konkurrentenklage zu dem Ergebnis, dass das Berufungsverfahren fehlerhaft ist, muss es wiederholt werden. Welche Elemente des Verfahrens wiederholt werden müssen, hängt hierbei von der Erheblichkeit der festgestellten Fehler ab.

    Siehe auch

    Literatur

    • Hubert Detmer: '''', in: '''', März 2016.
    • Linda Dekkers (Herausgeberin), Anke Wilde (Autorin), Noreen Leipold (Illustratorin): ''Auf dem Weg zur Professur: Die Postdoc-Fibel''. academics GmbH, 1. Auflage, Hamburg, 2016, ISBN 978-3-9817015-2-4.
    • Christine Färber und Ute Riedler: ''Black Box Berufung: Strategien auf dem Weg zur Professur''. Campus Verlag, 2. Auflage, Frankfurt/New York, 2016, ISBN 978-3-593-50641-8.
    • : ''Probleme bei Zusammensetzung und Verfahren von Berufungsausschüssen und Tenure-track-Gremien'', in: Ordnung der Wissenschaft (OdW), 2020, S. 23?32 ().
    • Astrid Kaiser: ''Reiseführer für die Unikarriere: Zwischen Schlangengrube und Wissenschaftsoase''. UTB GmbH, 1. Auflage, Stuttgart, 2015, ISBN 978-3-8252-4453-8.
    • Renate Kerbst: ''Berufungsgespräche erfolgreich führen: Grundlagen ? Praxis ? Ausblick''. Lemmens Medien, 1. Auflage, Bonn/Berlin, 2014, ISBN 978-3-86856-010-7.
    • Mirjam Müller: ''Promotion ? Postdoc ? Professur: Karriereplanung in der Wissenschaft''. Campus Verlag, 1. Auflage, Frankfurt/New York, 2014, ISBN 978-3-593-50172-7.

    Weblinks

    • (PDF; 1,7 MB)

    Einzelnachweise